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Pauschale Berichterstattung Frei nach dem Motto “suchet, so werdet ihr finden” hat es die Verbraucherzentrale geschafft, Wochenmarkthändler durch Falschaussagen oder unkorrekte Auszeichnungen negativ in die Schlagzeilen zu bringen. Entsetzt über die ketzerische Form der pauschalierten Berichterstattung mussten wir mit ansehen, wie im Fernsehen nur zum Teil Wochenmarkthändler gezeigt wurden, so war z.B. ein Händler zu sehen, der ein festes Ladengeschäft neben dem Wochenmarkt betreibt, behördenseitig für falsche Auszeichnungen bekannt ist und kein Wochenmarkthändler ist. Dies kann nicht der Stil einer sachlich orientiert arbeitenden Verbraucherzentrale sein. Durch die Aktion der Verbraucherzentrale wird deutlich, wie wichtig es ist, eine überkorrekte Auszeichnung der Ware durchzuführen, um nicht die gesamte Branche vor dem Verbraucher in Misskredit zu bringen. Das dadurch verloren gehende Vertrauen ist nicht wieder herzustellen und schadet unserem Image erheblich! Eine Falschauszeichnung ist für uns Wochenmarkthändler kein Kavaliersdelikt! Nicht umsonst fordert der Verband aus diesem Grund häufigere und strengere Kontrollen auf den Wochenmärkten. Dem wird von den zuständigen Behörden auch nachgekommen und gerade Anfang 2007 ergab eine umfangreiche Kontrolle in Wandsbek nur unwesentliche Verstöße, die sofort abgestellt werden konnten. Also ein ganz anderes Ergebnis, welches sich in den Medien leider nicht wieder fand. Scheinbar sind wirklich nur schlechte Nachrichten gute Nachrichten. Zum Glück macht der Kunde auf dem Wochenmarkt ganz andere Erfahrungen, und zwar positive Erfahrungen. Hundert Prozent gibt es im Leben nicht, denn jeder macht Fehler, auch der redliche Händler. Wir haben nie verschwiegen, dass es - wie in jeder Branche - auch auf den Wochenmärkten schwarze Schafe gibt, aber der Stammkunde kennt sie. Diese Händler versuchen, sich einen Wettbewerbsvorteil gegenüber ihren Kollegen zu verschaffen und täuschen damit leider durch vorsätzliche Falschauszeichnung auch den Verbraucher. Es entsteht eine Wettbewerbsverzerrung zugunsten unredlicher Händler, was wahrlich nicht das Image des Wochenmarktes fördert. Diese Händler, die vorsätzlich falsch auszeichnen, gehören nicht auf den Wochenmarkt, denn sie schädigen unsere Existenz, die auf das Vertrauen des Verbrauchers aufbaut. Alle Händler sind aufgefordert, hierzu beizutragen und auch einen Blick auf ihre Kollegen zu werfen und sie auf mögliche Unkorrektheiten hinzuweisen. Notfalls muss dies von amtlicher Seite abgestellt werden. Aber seitens der Verbraucherzentrale pauschal herzuleiten, dass 50 % der Händler falsch auszeichnen, ist schon dreist, zumal der Eindruck entsteht, als sei bei 50 % der Händler die komplette Auszeichnung nicht korrekt. Unsauber recherchiert wird von der Verbraucherzentrale auch, dass der Aufdruck auf einer Kiste das Herkunftsland eines Produktes abgeleitet werden kann, dass ist so nicht richtig, sondern die Auszeichnung auch dem Preisschild ist entscheidend. So befindet sich z.B. ein Großteil regionaler Produkte in - umweltschonend - wiederverwerteten französischen oder italienischen Kisten, an denen der Herkunftsnachweis des jeweiligen regionalen Erzeugers angebracht ist. Bemängelt wird auch, dass regionale Produkte nicht besonders hervorgehoben werden, obwohl sich die Auszeichnung der regionalen Herkunft für den Händler Umsatz steigernd auswirken kann. Wenn jedoch - nach Auskunft der Verbraucherzentrale - die Auszeichnung schon nicht korrekt ist, wie kann sie dann zusätzlich noch eine regionale Auszeichnung fordern? Das wäre dann erst recht nicht korrekt zu leisten. Der Verdacht liegt nahe, dass bei dieser Aktion entweder eigene Ziele vergessen wurden oder wieder schwarze Schafe produziert werden sollten, um wieder Gelegenheit zu bekommen, medienwirksam zu agieren. Nach der jetzigen Berichterstattung können wir von einer zusätzlichen regionalen Auszeichnung nur abraten. So manch einer stellt sich die Frage, wie die Verbraucherzentrale bei einer Selbstbeurteilung ihrer Arbeit nach eigenen Kriterien abschneiden würde. Hoffentlich kommt dieses Urteil nicht in die Medien! Leider erleben wir immer wieder, dass die Verbraucherzentrale immer dann aktiv zu wird, wenn ein Wirtschaftszweig im Aufwind ist oder eine Branche saisonal Geld verdienen kann. Erwähnt seien hier die alljährlichen “Eier-Skandale” zu Ostern. Warum nicht zu anderen Zeitpunkten? Jetzt wo der Wochenmarkt wieder Marktanteile gewinnt, ist die Verbraucherzentrale zur Stelle und der Verdacht drängt sich auf, dass es ihr Ausgangsziel war, den Wochenmarkt negativ in die Schlagzeilen zu bringen, um hiervon selber medienwirksam zu profitieren. Ist das tatsächlich Verbraucherschutz? Mittlerweile wird den Händlern sogar Verbrauchertäuschung und Betrug am Kunden vorgeworfen, wenn sie selbst bei korrekter Auszeichnung, ihre Waren in den Hamburger Erzeugerkisten anbieten. Völlig unverständlich, da der Verbraucher die Erzeugerkiste - nach Umfrageergebnissen einer Studie - weder einem regionalen Bezug zuordnet, noch die Erzeugerkiste als Information höher stellt, als die korrekte Auszeichnung mit dem entsprechenden Herkunftsland. Nun wird kein Kunde annehmen, dass die Ananas oder Orange in dieser Erzeugerkiste aus dem regionalen Umfeld stammt. Doch es sei erwähnt: die Fremdnutzung der Erzeugerkiste ist verboten! Dies allerdings macht einen praxisorientierten Umgang mit der Erzeugerkiste unmöglich, da die Kiste nur genutzt wird, um eine einheitliche, dekorative und ansprechende Warenpräsentation zu erhalten. Dies wird nicht nur auf dem Wochenmarkt praktiziert, sondern in der gesamten Branche. Der Aufdruck an den Seiten der direkt nebeneinander stehenden Erzeugerkisten ist für den Kunden nicht sichtbar. Erst wenn ein Händler aufgefordert wird, die Erzeugerkiste an- oder hochzuheben, sie also aus dem Gesamtbild herauszunehmen, wird der Aufdruck erkennbar. Die geübte Kritik ist also nicht verständlich. Trotz allem sollten die Händler hier auf keinen Fall gedankenlos handeln. Sie sollten nach anderen Lösungen suchen, sich vielleicht eigene Kisten anschaffen und offen mit der Thematik umgehen. Ein gedankenloses Handeln würde wieder Anlass geben, dies negativ zu propagieren, auch wenn es kein Verbraucher versteht. Bleiben wird aber ein schwarzer Fleck! Wir werden es wohl nicht abstellen können, dass es bei persönlicher Bedienung natürlich vorkommen kann, dass auf eine provozierende Frage, ob die Weintrauben aus der Region kommen, auch eine entsprechende Antwort folgen kann. Scheinbar fehlen dem Verbraucher profunde Kenntnisse. Vielleicht sieht die Verbraucherzentrale hier ein neues Aufgabenfeld, um Aufklärungsarbeit hinsichtlich der Herkunft von Orangen, Zitronen, Weintrauben oder Saisonprodukte beim Verbraucher zu leisten. Wir leisten diese Aufklärungsarbeit tagtäglich und leider wird es auch uns manchmal zuviel! Das Fazit ist, dass der Landesverband und ein Großteil der Händlerschaft mit den Zielen der Verbraucherzentrale Hand in Hand geht. Lediglich die Art und Weise findet unseren Protest, denn der Preis, den der Wochenmarkt für den langfristig entstandenen Imageschaden zahlt, ist zu hoch. Irritiert sind wir auch darüber, dass durch solche Aktionen gemeinsamen Zielen wie Förderung regionaler Vermarktung, mehr Rohprodukte in der Ernährung, wofür der Wochenmarkt steht, der Boden entzogen wird. Wir hoffen, dass dem Verbraucher nicht die letzte Einkaufsmöglichkeit abspenstig gemacht wird, wo noch fachkundig beraten und verkauft wird und wo noch Kontakt zwischen Erzeuger und Verbraucher besteht. Wir hoffen auch, dass die Verbraucherzentrale den Wochenmarkt mit seinen handelnden Kleinbetrieben nicht weiter in den Medien schädigt, sondern zu einer leisen im Hintergrund arbeitenden konstruktiven Zusammenarbeit mit allen am Wochenmarkt beteiligten Akteuren zurückfindet. Quelle: Wilfried Thal, LV-Vizepräsident
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