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Mehr Marketing für die älteste Handelsinstitution Lesen Sie dazu die Bewertung durch Wilfried Thal, Vizepräsident des Landesverbands des ambulanten Gewerbes und der Schausteller Hamburg e.V.. Über die Bedeutung der Wochenmärkte hinsichtlich ihrer unbezahlbaren kulturellen, sozialen und kommunikativen Funktion brauche ich bei den hier Anwesenden nicht viele Worte verlieren. Als Schnittstelle zwischen Stadt und Land trifft hier noch der Erzeuger den Verbraucher. Sie wissen, dass die Produkte einer großen Anzahl von Zuliefer- und Erzeugerbetrieben aus dem Blumen, Obst und Gemüseanbau neben Schlachtereien Geflügelhöfen Räuchereibetriebe, Bäckereien etc. aus dem traditionell produzierenden Lebensmittelhandwerk auf den Wochenmärkten ihren direkten Absatz finden. Für alle Großmärkte in Hamburg gewinnt der Vertriebsweg über die Wochenmärkte, ausgelöst durch den Konzentrationsprozess im Lebensmitteleinzelhandel, deren Warenströme immer häufiger die Großmärkte umgehen, immer mehr an Bedeutung. Der Wochenmarkt fördert den regionalen Wirtschaftskreislauf in vorbildlicher Weise. Dieser Markt weicht nicht auf den Globalen Handel, mit seinen verlockenden Renditen aus. Hamburg wird auf den Wochenmärkten mit seiner Regionalität von den Akteuren bewusst gelebt. Der Kunde weiß dies zu schätzen. Er weiß, dass er mit dem Einkauf aus dem nicht standardisierten sondern breiten Sortiment, nicht nur die Ware kauft, sondern in freundlicher Atmosphäre, zusätzlich noch ein Stück Kultur, ein Stück Nachbarschaft, ein Stück Lebensqualität, ein Stück eigene Identität erhält und neben bei noch für einen lebendigen Stadtteil und einem funktionierenden ländlichen Raum sorgt. Die Betriebe selbst sind dem ruinösen Wettbewerb im Lebensmitteleinzelhandel voll ausgesetzt. Durch Mehrarbeit konnten die Betriebe noch vor Jahren Umsatzverluste ausgleichen, heute arbeiten diese Betriebe an Ihrer Leistungsgrenze und sind teilweise finanziell ausgezerrt. Die bisherige EU- Subventionspolitik verschaffte den produzierenden Kleinbetrieben extreme Wettbewerbsnachteile, da bevorzugt konkurrierende Großbetriebe von den Subventionen profitieren, deren Produkte nicht selten im Diskount wieder zu finden sind. Nach Aussage von Frau Emmert und nach meinem Empfinden stellt sich hier gerade ein Umdenken ein. Mit Wohlbehagen nehmen wir zur Kenntnis, dass die Klein und Mittelständische Unternehmenspolitik erkannt hat das z. B. der bürokratische Aufwand insgesamt , z. b. durch Dokumentationen in Produktion und Vertrieb, in der Bilanzermittlung oder der Umsetzung von Standards und Auflagen die der weltweite Handel mit seinen Großunternehmen erfordert, für kleine Betriebe eine angemessene, andere Umsetzung erfahren muss, um diese Betriebe nicht durch eine überproportionale Belastung vom Markt zu verdrängen. Für so manch einem Betrieb kommt diese Einsicht allerdings zu spät. Ich hoffe, dass der Landesverband es in den letzten Jahren geschafft hat, die Wertigkeit und Bedeutung der Wochenmärkte auch in der Politik, den Ämtern und den Wochenmärkten nicht so nahe stehenden Behörden wie z. B. der Baubehörde wieder bildlich und bewusst werden ließ. Das war bitter nötig den in der Umweltbehörde war man noch vor einem Jahr der Ansicht, dass bei Glatteis die Wochenmärkte eher schließen müssten bevor Salz gestreut werden sollte. Oder der Baubehörde die uns bei ihren Planungen nicht in die Hinterhöfe verdrängen möge, sondern den Wochenmarktplatz mit integriert sollte, und zwar da wo er seit je her seiner Funktion auch gerecht werden kann, nämlich in zentraler Lage. Auch bei einer Neuplanung sollte eine Marktfläche nicht vergessen werden, um nicht im nach herein, wie jetzt in der Hafen City geschehen, eine nicht vorhandene Fläche gesucht werden soll. In den Medien zumindest ist der Wochenmarkt als Verkaufsstandort für frische regionale Rohprodukte wieder zum positiv besetzten Thema geworden und findet sich sogar positiv in manchem neueren Werbespot wieder. Ausgelöst durch Bestrebungen des Landesverbandes wurde vor drei Jahren die Verantwortlichkeit für die Stadtmärkte auf die Bezirke übertragen, das war der richtige Schritt, an dem Sie, Herr Senator, maßgeblich mit beteiligt waren. Diese Entscheidung trägt heute die ersten Früchte. Schritt für Schritt verbessert sich die damals sich verschlechternde Infrastruktur - natürlich könnte alles schneller gehen – die Verwaltung ist motiviert, durch den näheren Bezug engagierter und auch für den Letzten Behördenvertreter in Hamburg ist der Wochenmarkt kein lästiger Verwaltungsakt mehr, dafür ist das Klientel häufig immer noch sehr laut, forsch unangenehm gerade weg , dies erfordert von den zuständigen Behördenvertretern einen anderen Umgang als mit einer ruhenden Papierablage. Die Verwaltungsbeamten tragen für die Vielzahl an Betrieben, die auf oder am Wochenmarkt ihr Geld verdienen eine enorme und häufig unterschätzte Verantwortung. In den Filialbetrieben des Lebensmitteleinzelhandels wäre der Marktmeister der Filialleiter und der im Bezirk zuständige Beamte der Regionalleiter. Die Wochenmärkte benötigen eine straffe Hand in Durchführung und Kontrolle, um einen fairen Wettbewerb unter den Händlern zu gewährleisten und das positive Image der Wochenmärkte zu pflegen. Nicht jedem Vertreter liegt die Bereitschaft auch einmal unbequem Auftreten zu müssen. Im allgemeinen, beispielhaft der Zeit voraus hat sich der Bezirk Bergedorf seiner Wochenmärkte angenommen. Das, was dort unter der Leitung von Herrn Dr. Krupp und seinem Team z. Zt. erarbeitet wird, wird, einfach gesagt, aufzeigen, an was es den Märkten fehlt, was falsch gemacht und was an überregionalen Maßnahmen notwendig ist, um die Wochenmärkte für die Zukunft zu rüsten. Wie ein Modellmarkt aussehen sollte und was zu beachten ist, sollte, da wir hierzu nachher noch etwas hören, nicht mein Thema sein. Doch irgend etwas läuft immer noch nicht in die richtige Richtung. Eigentlich sind doch die Wochenmärkte voll im Trend. Betrachten wir die Aussagen in der Gesundheitspolitik, der Umweltpolitik, das respektlose Verhalten großer Konzerne zu ihrem Umfeld ( Gesellschaftspolitisch ), die Aussagen von Institutionen wie des Zukunftsrates Hamburg, der Verbraucherzentralen oder auch der Koch- und Talkshows, wo die Trends gesetzt werden. Alle verkünden Sie eindeutig – wieder hin zur Regionalität mit seiner Vielfalt an Produkten, aus gesundheitlichen Gründen weiter weg von industriell gefertigter Ernährung, wieder hin zum Rohprodukt gekauft bei einem Händler ihres Vertrauens und mit dem Ziel sich wieder bewusst mit Lebensmittel auseinander zu setzen und Selber zu kochen – Das Fatale ist: Wir sind im Trend, nur keiner weiß es. Am wenigsten der Händler selbst. Wir vermarkten uns zwar als Betriebe gut, aber wer vermarktet das Ganze? Betrachten wir die Situation der Wochenmärkte, so stellen wir fest, dass jährlich die Umsätze schwinden, Wo vorher sechs Verkäufer hinter dem Stand verkauften, verkaufen heute drei oder vier. Dieses einhergehend mit einer immer geringer werdenden Händlerzahl. Seit Jahren analysieren wir, worin die Ursachen liegen - Ladenschlusszeiten, verändertes Einkaufsverhalten, kleinere Haushalte, Zunahme an industriellen Produkten, Tiefkühlkostware und Lieferservice etc. etc... dies alles ist uns bekannt, doch bisher haben wir auf den Märkten nicht darauf reagiert, Wir haben uns nicht auf die neue Situation eingestellt, obwohl wir alle schon lange wissen, dass auch der Wochenmarkt keine Insel der Glückseligkeit ist und ohne Veränderungen durch die Zeit kommt wird. Wie aber auch sollte eine Veränderung stattfinden? Der Kreis der am Wochenmarktgeschehen Beteiligten ist groß und jeder ist nur für eine Teilfunktion verantwortlich und damit fehlt jedem von Ihnen das ultimative Instrument etwas Entscheidendes zu bewegen . Unser Verband macht seit langem auf die negative Entwicklung auf den Märkten aufmerksam, Argumente und Sichtweise ebenso wie Zukunftsvisionen werden von immer mehr Akteuren geteilt und übernommen, die Notwendigkeit, dieser Entwicklung gegenzusteuern, wird erkannt. Die Wochenmärkte sind keine Selbstgänger! Eine Schlüsselinformation, die uns zum Handeln auffordert. Die Anpassung der Wochenmärkte an die jetzige, schnelllebige Zeit ist überfällig. Viele Dinge haben sich im Laufe der Zeit verändert –Die Betriebe, die Händlerschaft selbst, im besonderen die Kundenansprüche, die Produktpalette, das Umfeld der teilweise seit fünfzig Jahren bestehenden Standorte und die häufig unvorteilhafte Entwicklung der Standaufteilung. Und die eben genannten Dinge wie Einkaufsverhalten, kleinere Haushalte etc, auch dies bedarf einer Anpassung an das moderne Einkaufsverhalten der verwöhnten Kundschaft. Ist dieses alles noch zeitgemäß? Die Frage stellt sich. Einzelne Händlergemeinschaften haben sich durch Vereine und Marktgemeinschaften dieser Aufgabe schon angenommen, können diese Aufgabe jedoch nur im Kleinen bewegen und folglich nur geringe Erfolge erzielen. Der Verband selbst ist bei der Vielfalt von Märkten personell und finanziell nicht gerüstet. Eine hilfreiche Studie, in dieser Hinsicht, die den Wochenmarkt in seiner Wechselwirkung von Ernährung mit Gesundheit, Umwelt, Gesellschaft und Wirtschaft und seiner Auswirkung auf das regionale Umfeld betrachtet hätte wurde uns vom Bundesministerium wegen fehlender Mittel nicht gewährt. Obwohl der Verband seine Hausaufgaben durch die Vorbereitung von Werbemaßnahmen oder die Einrichtung eines Internetportals schon gemacht hat, steht fest, da jeder ein Stück Verantwortung trägt dass nur mit Hilfe, der Ämter und der Politik und nahe stehenden Institutionen gemeinsam die Wochenmärkte für die Zukunft gerüstet werden können. Jeder hat sich bis dato allein Gedanken gemacht und es wird Zeit, diese Gedanken zu bündeln, um gemeinsame Strategien zu entwickeln. Werden die Handlungsempfehlungen aus Bergedorf, ohne dem Vorgreifen zu wollen, auf dem Tisch liegen, werden wir feststellen, dass auch die Wochenmärkte ohne professionelle Marketing- und Werbestrategien nicht mehr auskommt. Denn dieses zu entwickeln, hat der Wochenmarkt über die Jahre versäumt und es wird jetzt unsere Aufgabe sein, Mittel und Möglichkeiten zu erarbeiten, um die Marke „Wochenmarkt“ konkurrenzfähig zu halten. Das darf nicht zu Lasten Weniger geschehen. Neben bei gesagt: Die immer wieder aufkeimende Privatisierungsdiskussion entspringt häufig dem Wunsch einzelner Händler, den Wochenmarkt wie ein Einkaufszentrum führen zu können, wobei der Wochenmarkt sicherlich seinen Charme seine Identität und die Möglichkeit für alle Händler zugänglich und bezahlbar zu sein, verlieren würde. Doch ein wenig von diesen Gedanken muss auf den Märkten Einzug halten. Dies konnte bisher nicht geleistet werden und war auch nicht vonnöten, doch in der Zukunft wird diese Aufgabe auf uns zukommen. Betonen möchte ich noch einmal, dass die Durchführung der Wochenmärkte bei einer vollständigen Betrachtungsweise, nur den Schluss zulässt, dass sie nirgendwo besser aufgehoben sind als in der Verwaltung der Stadt Hamburg. Die Stadt hat vielfältigere Interessen an funktionierende Märkte, wie so hoffe ich deutlich geworden ist und arbeitet zukunftsorientierter als es ein Privatveranstalter. Es sollte auf dem Markt Geld verdient werden und nicht am Markt. Doch wieder zum Thema. Wofür steht der Wochenmarkt? Was macht ihn aus ? Worin liegt seine Besonderheit? Wo findet er seinen Platz in der Einkaufslandschaft? Wo liegen die Vorteile für die Kunden bei einem Einkauf auf dem Wochenmarkt? Fragen die der Verbraucher heutzutage Beantwortet haben will. Die Werbe- und Marketingmaßnahmen werden Geld kosten, um die ehemals und vielleicht immer noch starke Marke „Wochenmarkt“ mit Inhalt zu füllen, wie es uns die Konkurrenz im Lebensmitteleinzelhandel mit ihren Marken vor macht. Auch um die junge Generation als Kunde zu gewinnen. Dem Verbraucher muss der Vorteil eines Einkaufs auf dem Wochenmarkt suggeriert werden, wenn wir nicht weitere Umsatzverluste hinnehmen wollen. Die Fortbildung der Händlerschaft wird ein weiterer Punkt sein, hier besteht jedoch schon die Bereitschaft des Landesverbandes diese Kurse durchzuführen. Für Werbung und Marketing ist es jedoch notwendig, dass der Händler finanzielle Leistungen aufbringt, um die notwendigen Maßnahmen zu finanzieren. Eine Möglichkeit wäre es, diese Mittel über ein erhöhtes Standgeld in einen Fonds einfließen zu lassen. –Für diese Idee möchte mich jetzt vielleicht manch ein Verbandsmitglied kreuzigen, doch ich bleibe dabei, dass dieser Weg gegangen werden muss. Trotz einer finanziell angespannten Situation. Ich stelle mir einen Fond vor, der paritätisch von Behördenvertretern und Obleuten verwaltet wird. Um dieses zu bewältigen, bedarf es jedoch der Hilfe der Politik, Herr Senator! Die Vorraussetzungen müssen geschaffen werden, dass Werbe.- und Marketingkosten fester Bestandteil der Gebühr werden und die Gelder über die Gebühren mit kassiert werden können und dass die Wochenmärkte als förderungswürdig anerkannt werden. Ich denke, alles bedurfte einer Zeit der Reife – manch ein Akteur hat schon länger die Notwendigkeit gesehen, Maßnahmen ergreifen zu müssen. Andere brauchten etwas länger und mussten erst unter Schmerzen die Erfahrung gewinnen, dass etwas getan werden muss. Die Bereitschaft zu Veränderungen ist da. Ich stelle die Idee heute zur Diskussion. Ich hoffe, dass weitere Gespräche mit Ihnen Herr Senator und oder den Verantwortlichen Behördenvertretern folgen, um die Märkte auf den Weg zu bringen. Und setze dabei auf die aktive Mithilfe aller Akteure im Besonderen auf die Bereitschaft der Händler die neuen Weg für die Zukunft unserer Märkte mit zu gehen. Ich bedanke mich für die Aufmerksamkeit. Wilfried Thal, Vizepräsident des Landesverbands des ambulanten Gewerbes und der Schausteller Hamburg e.V. Info-Service |
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